Was passiert, wenn Watson plötzlich allein ermitteln muss?
Als ich mit der Arbeit an meinem zweiten Sherlock-Holmes-Roman begann, wollte ich etwas ausprobieren, das mich schon länger beschäftigt hatte.
Was würde eigentlich geschehen, wenn Dr. John Watson plötzlich selbst einen Fall lösen müsste?
Nicht als gelegentlicher Helfer. Nicht als Chronist, der hinterher aufschreibt, was sein berühmter Freund herausgefunden hat. Sondern als jemand, der tatsächlich auf sich allein gestellt ist und versuchen muss, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Watson begleitet Sherlock Holmes schließlich seit Jahren. Er hat unzählige Ermittlungen miterlebt, außergewöhnliche Schlussfolgerungen gehört und immer wieder beobachten können, wie Holmes aus scheinbar unbedeutenden Einzelheiten ein vollständiges Bild entwickelt.
Da drängt sich doch irgendwann die Frage auf: Hat Watson dabei eigentlich etwas gelernt?
Natürlich ist Watson kein zweiter Sherlock Holmes. Das sollte er auch niemals werden.
Aber er ist Arzt, ein intelligenter Mann, ein aufmerksamer Beobachter und jemand, der durchaus in der Lage ist, selbstständig zu handeln.
Mich reizte deshalb die Vorstellung, ihn einmal aus der gewohnten Rolle herauszuholen.
Holmes sollte nicht ständig neben ihm stehen und die entscheidenden Hinweise erklären. Watson sollte selbst nachdenken, Fehler machen, Möglichkeiten abwägen und schließlich versuchen, einen Fall zu lösen.
Aus dieser Überlegung entstand „Wie Dr. Watson den Fall löste“.
Sherlock Holmes ist schon wieder verschwunden
Für die Geschichte brauchte ich zunächst eine Situation, in der Watson überhaupt gezwungen wird, eigenständig zu ermitteln.
Und da kam mir eine Idee, die mir beim Schreiben besonders viel Spaß gemacht hat.
Watson kehrt nach Hause zurück und muss feststellen, dass Sherlock Holmes bereits wieder mit einem neuen Fall beschäftigt ist.
Natürlich möchte Watson wissen, was vor sich geht. Natürlich will er seinem Freund helfen. Und selbstverständlich versucht er, ihn einzuholen.
Nur gelingt ihm das nicht.
Immer wenn Watson glaubt, Holmes endlich erreicht zu haben, ist dieser bereits weitergezogen.
Er kommt zu spät.
Und beim nächsten Mal wieder.
Und dann noch einmal.
Ich mochte diese Vorstellung von Anfang an.
Denn sie dreht die vertraute Beziehung der beiden Figuren ein wenig um. Normalerweise erleben wir Holmes' Ermittlungen durch Watsons Augen. Watson ist dabei, stellt Fragen, beobachtet und versucht zu verstehen, was sein Freund längst erkannt hat.
In dieser Geschichte fehlt ihm jedoch genau diese Möglichkeit.
Holmes ist ihm ständig einen Schritt voraus – manchmal sogar mehrere.
Watson muss sich seine Informationen selbst beschaffen und aus den Spuren, die er vorfindet, eigene Schlussfolgerungen ziehen.
Dabei entsteht eine gewisse Komik, die ich bewusst in die Geschichte einbauen wollte.
Nicht, weil ich Watson lächerlich machen wollte.
Ganz im Gegenteil.
Ich finde, gerade seine Beharrlichkeit macht ihn sympathisch. Er lässt sich nicht einfach entmutigen. Er gibt nicht auf, nur weil Holmes schon wieder verschwunden ist.
Und irgendwann wird aus dem Versuch, seinem Freund hinterherzulaufen, eine eigene Ermittlung.
Was hat Watson eigentlich von Holmes gelernt?
Diese Frage war für mich der eigentliche Ausgangspunkt des Romans.
Watson hat Sherlock Holmes über lange Zeit begleitet. Er kennt dessen Methoden, hat seine Gedankengänge verfolgt und immer wieder erlebt, wie überraschend einfach eine Erklärung erscheinen kann, sobald Holmes sie ausgesprochen hat.
Aber etwas zu verstehen, nachdem es erklärt wurde, ist nicht dasselbe, wie selbst darauf zu kommen.
Das kennen wir vermutlich alle.
Man sieht jemandem bei einer Tätigkeit zu, glaubt, alles verstanden zu haben, und stellt erst beim eigenen Versuch fest, wie schwierig die Sache tatsächlich ist.
So ähnlich stellte ich mir Watsons Situation vor.
Er weiß, worauf Holmes achten würde. Er kennt die Bedeutung kleiner Beobachtungen. Er hat gelernt, dass scheinbar nebensächliche Umstände entscheidend sein können.
Doch nun muss er dieses Wissen selbst anwenden.
Und dabei besitzt er nicht Holmes' außergewöhnliche Fähigkeiten.
Das war mir wichtig.
Ich wollte aus Watson keinen plötzlich genialen Meisterdetektiv machen, der seinen berühmten Freund mühelos übertrifft.
Ich wollte zeigen, dass er durchaus etwas gelernt hat, ohne dabei seine eigene Persönlichkeit zu verlieren.
Watson darf zweifeln. Er darf sich irren. Er darf Hinweise falsch einschätzen.
Aber er darf auch erfolgreich sein.
Denn warum sollte ein Mann, der so viele Jahre an Sherlock Holmes' Seite verbracht hat, nicht irgendwann selbst einen Fall lösen können?
Manchmal hilft auch der Zufall
Ein weiterer Gedanke war mir bei der Geschichte wichtig: Nicht jede Entdeckung muss das Ergebnis einer außergewöhnlichen Schlussfolgerung sein.
Manchmal spielt der Zufall eine entscheidende Rolle.
Auch bei Watsons Ermittlungen sollte das so sein.
Er verfolgt Hinweise, versucht Zusammenhänge zu erkennen und gerät schließlich durch eine unerwartete Entwicklung auf die Spur des Täters.
Das ist vielleicht nicht die klassische Holmes-Methode.
Aber es ist eine Möglichkeit, die zu Watson passt.
Denn Watson ist kein Mann, der jede Situation vollkommen kontrolliert. Er handelt häufig aus Überzeugung, aus Pflichtgefühl oder weil er einem Menschen helfen möchte.
Und manchmal führt ihn gerade diese Bereitschaft zum Handeln an einen Ort, an dem er eigentlich gar nicht sein sollte.
Für mich war das eine reizvolle Entwicklung.
Watson beginnt seine Ermittlungen mit dem Wunsch, Holmes einzuholen.
Doch irgendwann befindet er sich mitten in einem Fall, den er selbst verstehen und bewältigen muss.
Und aus einer zunächst beinahe komischen Situation wird plötzlich etwas sehr Ernstes.
Wenn aus dem Abenteuer Lebensgefahr wird
Bei aller Freude an den humorvollen Momenten wollte ich Watsons Geschichte nicht zu einer reinen Komödie machen.
Schließlich bewegen wir uns weiterhin in der Welt von Sherlock Holmes.
Und dort können Fehler schwerwiegende Folgen haben.
Watson gerät im Verlauf seiner Ermittlungen in eine Situation, in der sein Leben tatsächlich bedroht ist.
Dieser Moment war für mich wichtig, weil er die Geschichte verändert.
Bis dahin kann man über Watsons Versuche schmunzeln, Holmes einzuholen. Man kann sich darüber amüsieren, dass er ständig zu spät kommt und immer wieder feststellen muss, dass sein Freund längst weiter ist.
Doch plötzlich steht Watson nicht mehr vor der Frage, ob er Holmes einholen kann.
Er muss sich selbst aus einer gefährlichen Lage befreien.
Damit bekommt seine Eigenständigkeit eine andere Bedeutung.
Er kann nicht darauf warten, dass Holmes ihm den nächsten Schritt erklärt. Er muss handeln.
Und gerade dadurch wollte ich zeigen, dass Watson weit mehr ist als ein freundlicher Begleiter mit medizinischen Kenntnissen.
Er besitzt Mut, Erfahrung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Das sind Eigenschaften, die ihn für mich zu einer eigenständigen und interessanten Figur machen.
Und dann erzählt Sherlock Holmes die Geschichte noch einmal
Bis hierhin hätte ich die Geschichte natürlich ganz gewöhnlich zu Ende erzählen können.
Watson ermittelt, gerät in Gefahr, der Fall wird gelöst – und damit wäre die Angelegenheit abgeschlossen gewesen.
Aber ich hatte noch eine andere Idee.
Was wäre, wenn wir anschließend erfahren, wie Sherlock Holmes dieselben Ereignisse erlebt hat?
Nicht durch Watsons Erzählung.
Sondern durch Holmes selbst.
Genau das wollte ich ausprobieren.
Wir kennen Sherlock Holmes hauptsächlich aus der Perspektive seines Freundes. Watson beschreibt seine Eigenheiten, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten, seine Stimmungsschwankungen und seine manchmal schwer nachvollziehbaren Entscheidungen.
Doch wie würde Holmes selbst seine Ermittlungen schildern?
Welche Einzelheiten wären ihm wichtig?
Wie würde er über seine eigenen Schlussfolgerungen sprechen?
Und vor allem: Wie würde er Watsons Bemühungen beurteilen?
Ich fand diese Vorstellung ausgesprochen reizvoll.
Deshalb entschied ich mich, die Geschichte gewissermaßen ein zweites Mal zu erzählen – diesmal aus der Sicht von Sherlock Holmes.
Der Leser sollte dadurch eine andere Perspektive auf bereits bekannte Ereignisse erhalten.
Was Watson erlebt hat, war nur ein Teil der Geschichte.
Holmes hatte seine eigenen Wege verfolgt, seine eigenen Beobachtungen gemacht und den Fall auf seine Weise untersucht.
Und nun durfte er selbst darüber berichten.
Ein Sherlock Holmes, der sich selbst beschreibt
Diese zweite Erzählperspektive stellte mich allerdings vor eine interessante Herausforderung.
Wie schreibt man Sherlock Holmes als Ich-Erzähler?
Bei Watson ist die Sache vergleichsweise einfach. Er besitzt eine vertraute Stimme. Er bewundert Holmes, kann sich über ihn ärgern und schildert seine Erlebnisse mit einer Mischung aus Aufmerksamkeit, menschlicher Wärme und gelegentlicher Verwunderung.
Holmes dagegen ist eine andere Persönlichkeit.
Er weiß um seine Fähigkeiten.
Er ist sich seiner außergewöhnlichen Beobachtungsgabe bewusst und hat wenig Geduld mit Menschen, die offensichtliche Zusammenhänge nicht erkennen.
Gleichzeitig wollte ich ihn nicht als überheblichen Unsympathen darstellen.
Das wäre mir zu einfach gewesen.
Ich wollte, dass er eine gewisse Arroganz besitzt, ohne dabei zur Karikatur seiner selbst zu werden.
Ein Mann, der durchaus weiß, dass er anderen intellektuell überlegen ist, daraus aber nicht in jedem zweiten Satz eine große Vorstellung machen muss.
Ob mir diese Balance vollständig gelungen ist, müssen die Leser entscheiden.
Ich hoffe jedenfalls, dass man beim Lesen etwas von jener selbstbewussten, gelegentlich spöttischen Persönlichkeit erkennt, die Sherlock Holmes für mich ausmacht.
Gerade der Wechsel zwischen Watsons und Holmes' Sichtweise sollte zeigen, wie unterschiedlich zwei Menschen dieselben Ereignisse wahrnehmen können.
Watson erlebt Unsicherheit, Überraschungen und unerwartete Gefahren.
Holmes betrachtet die Geschehnisse aus der Perspektive seiner eigenen Ermittlungen.
Und plötzlich erhalten Situationen, die man bereits kennt, eine andere Bedeutung.
Zwei Perspektiven, zwei Persönlichkeiten
Was mich an diesem Experiment besonders interessiert hat, war nicht nur die unterschiedliche Wahrnehmung des Falls.
Es ging mir auch um die beiden Figuren selbst.
Watson und Holmes sind seit jeher ein außergewöhnliches literarisches Gespann.
Der eine ist ein brillanter Analytiker, der andere ein erfahrener Arzt und verlässlicher Freund. Ihre Fähigkeiten unterscheiden sich, ihre Temperamente ebenso.
Gerade deshalb ergänzen sie sich so gut.
Normalerweise erleben wir dieses Zusammenspiel aus Watsons Sicht.
Wir sehen Holmes durch die Augen eines Mannes, der ihn bewundert, manchmal nicht versteht und gelegentlich mit seiner Geduld am Ende ist.
Wenn Holmes selbst erzählt, verändert sich das Verhältnis.
Plötzlich steht nicht mehr Watsons Bewunderung im Vordergrund, sondern Holmes' eigene Einschätzung der Ereignisse.
Das eröffnet Möglichkeiten für Humor, aber auch für kleine Unterschiede in der Wahrnehmung.
Was Watson für einen bedeutenden Fortschritt hält, könnte Holmes längst erkannt haben.
Was Holmes für selbstverständlich hält, kann Watson große Mühe bereiten.
Und dennoch sind beide auf ihre Weise an der Lösung beteiligt.
Mir gefiel die Vorstellung, dass der Leser am Ende nicht einfach nur weiß, was geschehen ist, sondern auch besser versteht, wie unterschiedlich Holmes und Watson an dieselbe Aufgabe herangehen.
Nicht jeder Fall muss ein Meisterwerk sein
Natürlich gehört zu einem ehrlichen Blick hinter die Entstehung eines Romans auch die Frage, ob die Geschichte tatsächlich so funktioniert, wie man es sich beim Schreiben vorgestellt hat.
Und bei „Wie Dr. Watson den Fall löste“ muss ich zugeben, dass ich heute manches anders machen würde.
Ich habe inzwischen auch Rückmeldungen von Lesern erhalten, denen der eigentliche Kriminalfall nicht besonders gefallen hat.
Manche empfanden ihn als wenig spannend oder fanden, dass die Handlung hinter anderen Sherlock-Holmes-Geschichten zurückbleibt.
Diese Kritik kann ich durchaus nachvollziehen.
Denn wenn ich heute auf den Roman zurückblicke, sehe ich ebenfalls, dass die eigentliche Kriminalhandlung stärker hätte ausfallen können.
Ich hätte bestimmte Zusammenhänge vielleicht anders aufgebaut, den Fall etwas anspruchsvoller gestaltet oder einzelne Entwicklungen stärker ausgearbeitet.
Das gehört für mich zur Entwicklung als Autor dazu.
Man schreibt ein Buch mit bestimmten Vorstellungen, veröffentlicht es und betrachtet es später mit mehr Erfahrung noch einmal.
Dabei entdeckt man zwangsläufig Dinge, die man heute anders lösen würde.
Aber das bedeutet nicht, dass ich die Geschichte bereue.
Ganz im Gegenteil.
Denn der eigentliche Reiz dieses Romans lag für mich von Anfang an nicht ausschließlich im Kriminalfall.
Er lag in den Figuren.
In Watsons Bemühungen, Holmes einzuholen.
In den humorvollen Situationen, die daraus entstehen.
In der unerwarteten Gefahr, in die Watson gerät.
Und schließlich in der Möglichkeit, Sherlock Holmes selbst als Erzähler auftreten zu lassen.
Diese Elemente machen den Roman für mich bis heute besonders.
Eine Geschichte, die nicht jedem gefallen muss
Als Autor muss man irgendwann akzeptieren, dass Leser unterschiedliche Erwartungen besitzen.
Der eine möchte einen möglichst komplizierten Kriminalfall, bei dem bis zur letzten Seite gerätselt werden kann.
Ein anderer interessiert sich stärker für die Figuren, ihre Beziehungen und die Atmosphäre der Geschichte.
Wieder ein anderer erwartet vor allem jene klassischen Sherlock-Holmes-Momente, in denen eine scheinbar unbedeutende Beobachtung plötzlich zur entscheidenden Erkenntnis führt.
All diese Erwartungen sind nachvollziehbar.
Und nicht jede Geschichte kann sie gleichermaßen erfüllen.
Bei „Wie Dr. Watson den Fall löste“ habe ich bewusst etwas ausprobiert, das mir persönlich Freude gemacht hat.
Einige Leser hatten offenbar ebenso viel Vergnügen daran.
Andere konnten mit dem Ansatz weniger anfangen.
Damit kann ich leben.
Ich finde sogar, dass solche unterschiedlichen Reaktionen zu einem literarischen Experiment dazugehören.
Nicht jede Idee muss für jeden Leser funktionieren.
Entscheidend ist für mich, dass ich beim Schreiben etwas ausprobieren konnte, das mich tatsächlich interessiert hat.
Die frühen Jahre meiner Sherlock-Holmes-Reihe
Wenn ich heute auf die ersten Bände von „Die unerzählten Fälle von Sherlock Holmes“ zurückblicke, erkenne ich darin auch eine Phase des Ausprobierens.
Ich wusste damals noch nicht vollständig, welche Richtung die Reihe langfristig einschlagen würde.
Natürlich hatte ich Vorstellungen davon, wie ich Sherlock Holmes und Dr. Watson darstellen wollte. Ich wusste, welche Atmosphäre mir wichtig war und welche Elemente der klassischen Geschichten ich bewahren wollte.
Aber bei der Art des Erzählens war ich noch auf der Suche.
Mit „Das Rätsel von Glenmore Castle“ wollte ich Holmes aus London herausholen und ihn in ein Abenteuer mit einem ungewöhnlichen Rätsel verwickeln.
Bei „Wie Dr. Watson den Fall löste“ interessierte mich dagegen die Frage, wie die Geschichte funktioniert, wenn Watson selbst ermittelt und Holmes anschließend seine eigene Perspektive schildert.
Und auch in den folgenden Bänden habe ich unterschiedliche Möglichkeiten ausprobiert.
Diese frühen Experimente waren für mich wichtig.
Denn erst durch das Schreiben merkt man, welche Formen einem besonders liegen, welche Ideen funktionieren und welche Ansätze man weiterentwickeln möchte.
Heute weiß ich wesentlich genauer, wohin sich meine Sherlock-Holmes-Welt entwickeln soll.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Und über die werden wir bei den späteren Büchern noch ausführlicher sprechen.
Warum mir dieser Roman trotzdem besonders gefällt
Trotz aller Dinge, die ich heute möglicherweise anders machen würde, denke ich gerne an die Arbeit an „Wie Dr. Watson den Fall löste“ zurück.
Ich erinnere mich daran, wie viel Spaß mir die Vorstellung gemacht hat, Watson ständig einen Schritt zu spät kommen zu lassen.
Wie reizvoll ich es fand, ihn endlich einmal selbst ermitteln zu lassen.
Wie ich überlegte, auf welche Weise er in eine gefährliche Situation geraten könnte, ohne plötzlich zu einem zweiten Sherlock Holmes zu werden.
Und vor allem daran, wie viel Freude mir die Idee bereitete, dieselbe Geschichte anschließend aus Holmes' Perspektive zu erzählen.
Das war für mich etwas Neues.
Ein Versuch, die vertrauten Figuren aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Vielleicht ist der Kriminalfall nicht der raffinierteste, den ich bisher geschrieben habe.
Vielleicht hätte ich manches anders lösen können.
Aber die Freude am Experimentieren, am Ausprobieren und am Schreiben war bei diesem Roman von Anfang an vorhanden.
Und genau deshalb hat er für mich einen festen Platz innerhalb der Reihe.
Denn manchmal schreibt man eine Geschichte nicht nur, um ein besonders schwieriges Rätsel zu präsentieren.
Manchmal möchte man einfach herausfinden, was geschieht, wenn man zwei vertraute Figuren in eine ungewohnte Situation bringt.
Was passiert, wenn Dr. Watson plötzlich selbst Sherlock Holmes sein muss?
Diese Frage wollte ich beantworten.
Und ich hatte ausgesprochen viel Freude daran, es zu versuchen.